Jana in Tansania

Ein Praxisauslandssemester in einem Heim für Straßenkinder

 
05Oktober
2017

...und wie wars?

Nun bin ich schon seit mehr als einen Monat zurück in Deutschland und natürlich höre ich immer wieder die Frage: "... und wie wars?"

Ja, wie wars denn eigentlich?

Es war bunt, es war laut, es war chaotisch, es war ein Jahr voller Höhen und Tiefen, es war manchmal vertraut und manchmal fremd, es war frisches Obst, es war Auffallen, es war Gastfreundlichkeit, es war Kinderlachen, es war manchmal einfach und manchmal schwer, es war auf dem Pikipiki zu sitzen und zu genießen, es war herausfordernd, es war sich selbst zu finden, es war sich selbst zu überwinden, es war Bongo Flava, es war auf Märkten einkaufen zu gehen, es war Freiheit, es war Armut, es war Tanz, es war Ungerechtigkeit, es war heiß, es war Regen, es war starke Persönlichkeiten kennenzulernen, es war Daladala zu fahren, es war ewig lange Busfahrten, es war die Natur zu bestaunen, es war improvisieren, es war aus wenig viel zu machen, es war Wäsche von Hand zu waschen, es war staubig, es war sooo viel!!!

Und weil diese Antwort zu lange ist, sage ich meistens: "Es war schön!"

Ich bin einfach nur dankbar für die Erfahrungen, die ich während meines Jahres in Uganda und Tansania machen durfte. Es waren wertvolle Erfahrungen, die mich selbst und meine berufliche Identität prägen werden und Erfahrungen, die ich keinesfalls missen möchte.

Nun bin ich zurück in Deutschland und habe mich schon wieder so schnell an alles gewöhnt, aber abends wenn ich im Bett liege, denke ich immer wieder an die Armut und die Ungerechtigkeit, die ich gesehen und erlebt habe, und ich denke an "meine" Kinder, denen in ihren jungen Jahren schon so viel Negatives widerfahren ist und die trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben. Ich möchte etwas gegen diese Ungerechtigkeit tun, doch fühle mich oft machtlos. Ich möchte helfen und ein erster wichtiger Schritt ist es hier in Deutschland Bewusstsein zu schaffen! Deswegen mache ich euch jetzt schon darauf aufmerksam, dass ich am Sonntag der Weltmission (22. Oktober) einen kleinen Vortrag über meine Erlebnisse und über die Kinderrechte in Tansania in der Marienburg in Westerheim halten werde. Es würde mich freuen, wenn einige Interessierte vorbeikommen würden!

Ansonsten verbleibe ich mit ganz herzlichen Grüßen und bedanke mich für all die Unterstützung, die ich während meiner zwei Auslandssemester bekomme habe!!! Ihr seid spitze :)

 

Jana

20August
2017

Time to say goodbye ...

Ohjemine – eigentlich wollte ich schon viel eher ein Blogeintrag schreiben, aber wieder einmal hab ich unterschätzt wieviel in den letzten Wochen anfällt… In den letzten Tagen und Wochen war wirklich sehr viel los hier und die Tage sind nur so dahin geflogen. Mittlerweile hab ich tatsächlich Mwanza schon verlassen und meine Heimreise angetreten – zwar mit ein paar Zwischenstationen, aber dazu später mehr. Jetzt möchte ich erstmal ein bisschen was zu meinen letzten Tagen in Mwanza und meiner Arbeit in Upendo Daima berichten:

In Upendo Daima war die letzten Woche relativ viel los, weil wir jede Menge Gäste zu begrüßen hatten.  Das war für die Jungs im Heim natürlich eine willkommene Abwechslung und wir hatten viel Spaß gemeinsam.

Besuch von polnischer Gruppe Polnische Gruppe zu BesuchBritische Gruppe zu Besuch

Mein Kunstprojekt fand auch regelmäßig montagnachmittags statt und die Kinder nahmen das Angebot wirklich super an. Sie hatten viel Freude neue Dinge auszuprobieren und kreativ zu sein. Ich bin ab und zu an meine Grenzen gestoßen die Jungs dabei unter Kontrolle zu bringen und jedem gerecht zu werden, aber alles in allem hat mir dieses Kunstprojekt großen Spaß gemacht und mittlerweile sind auch überall im Heim unsere tollen Ergebnisse zu sehen. Aber seht selbst:

KunstunterrichtKunstunterricht  Überbleibsel

Letzten Freitag war es dann soweit  - mein letzter Arbeitstag! Der Tag ist wirklich schneller gekommen als erwartet und irgendwie hatte ich es noch gar nicht realisiert, dass mein Praxissemester wirklich vorbei ist. Es war ein gemeinsames Mittagessen geplant. Es gab (wie jeden Freitag) Pilau und dann noch speziell zu meinem Abschied Sodas und Wassermelone für alle. Nach dem Mittagessen saßen dann alle Kinder und Mitarbeitende zusammen und jede/r richtete ein paar persönliche Worte an mich. Spätestens dann kam auch bei mir die Abschiedsstimmung auf. Auch ich durfte noch eine kleine Abschiedsrede halten, bei der ich dann wirklich fast angefangen hätte zu weinen. Um die Stimmung dann wieder aufzulockern, verteilte ich noch Süßigkeiten und Luftballons an die Kinder und wir spielten noch gemeinsam, ehe ich dann aufbrechen musste, um die letzten Dinge zu packen und unsere Wohnung zu putzen, denn schon am selben Abend sind wir in ein Hotel aufgebrochen, um dort die letzte Nacht zu verbringen.

Abschiedsfeier Direktor von Upendo Daima und ich Geschenkübergabe

Insgesamt waren die letzten Tage wirklich vollgestopft, sodass ich sie gar nicht bewusst in vollen Zügen genießen konnte. Daran war ich zum Teil aber auch selbst schuld, denn einige Dinge hätte ich schon früher erledigen können. So zum Beispiel mein Praxisbericht, denn ich noch schreiben musste. Aber die leidige Studentenkrankheit ist ja, dass man alles bis zum Schluss aufschiebt und dann mega Stress hat :D Wir mussten nämlich auch noch Leute finden, die uns unsere Möbel abkaufen und es gab noch einige andere Komplikationen, die unvorhergesehen aufgetreten sind. Nichtsdestotrotz gab es noch einige schöne Events. Zum Beispiel ein Fußballspiel zwischen Tansania und Ruanda, ein schönes Mittagsbuffet in einem großen Hotel am letzten Sonntag und auch die Schönheit Mwanzas durfte ich noch einige Male von tollen Ausblickspunkten genießen.

Bismarck-Rock (Wahrzeichen Mwanzas) Mwanza Viktoriasee

Wie gesagt haben wir letzte Nacht in Mwanza in einem Hotel verbracht, da all unsere Möbel samt Bett schon verkauft waren. Am Samstagmorgen ging es dann mit der Fähre und dem Bus nach Ushirombo zu Martin’s Familie. Die Reise dauerte insgesamt sieben Stunden, aber dank guter tansanischer Musik und dem Ausblick aus dem Fenster auf die wunderschöne Natur Tansanias ging die Zeit recht schnell vorbei. In Ushirombo angekommen wurden wir dann wie immer herzlich von Martin’s Mutter und seinen Schwestern begrüßt. Es gab ein leckeres Abendessen und dann ging es auch relativ schnell ins Bett. Heute Morgen habe ich dann zum letzten Mal eine tansanische Messe besucht und mich im Anschluss an meinen Blogeintrag gemacht.

Martins Schwestern Lilian und Lina und ich Ushirombo Ushirombo

Bevor ich jedoch zurück nach Deutschland komme, steht erst noch ein kurzer Besuch in Didia in der Schule, in der ich 2013/14 unterrichtet habe an und dann geht es am Dienstag mit dem Bus nach Dar es Salaam. Mittwoch und Donnerstag kann ich dann noch die letzten Besorgungen machen, ehe es donnerstagnachts mit dem Flieger über Istanbul nach Frankfurt geht. Ich freue mich natürlich schon sehr Familie und Freunde wiederzusehen und das deutsche Essen hab ich ehrlichgesagt auch sehr vermisst ;) Trotzdem fällt der Abschied schwer, denn ich hab zum zweiten Mal ein wunderschönes, erlebnisreiches Jahr in Ostafrika erlebt!

Bis bald also, ich freu mich auf euch ;)

 

18Juli
2017

Hilfe für Schulkinder (Update!)

Hallo ihr lieben Blogleser und Leserinnen,

da viele von euch wahrscheinlich auch Leser/innen der Schwäbischen Zeitung sind, möchte ich heute einen Blogeintrag über die Verwendung der Spendengelder, die ich nach dem Spendenaufruf  per Rundmail und in der Schwäbischen Zeitung erhalten habe, schreiben.

Insgesamt sind 2423 Euro zusammengekommen und ich bin wirklich geplättet von so viel Hilfsbereitschaft. Ich hätte nie gedacht, dass so viel Geld zusammenkommt. Daher an dieser Stelle ein riesengroßes DANKESCHÖN!!!

In diesem Blogeintrag möchte ich nun näher erläutern, für was das Geld verwendet wurde:

Bis jetzt habe ich von dem Geld zum einen natürlich Cassian‘s Schulgeld bezahlt, denn für ihn war das Geld schließlich auch bestimmt. Hier ist jetzt sogar eine feste Patenschaft entstanden und somit ist auch seine Schulbildung in den nächsten Jahren gesichert. Seine Mutter Christinata übernimmt die Transportkosten zur Schule für ihn und muss natürlich auch das Schulgeld für die anderen drei Kinder bezahlen, von daher ist Eigeninitiative immer noch gefördert. Cassian geht nun wieder regelmäßig zur Schule und ist sehr froh darüber.

Cassian's Familie und ich vor ihrem Haus Cassian und ich Cassian (9 Jahre)

Die Gesamtsumme der Spendengelder hat aber den für Cassian benötigten Betrag deutlich überschritten, sodass ich entschieden habe auch noch anderen Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Ein weiteres Mädchen namens Veronicah unterstütze ich schon seit Anfang letzten Jahres. Sie ist 16 Jahre alt, geht in Form 3 und ist die Schwester eines guten Freundes. Sie lebt nicht in Tansania, sondern im Nachbarland Kenia. Für dieses Schuljahr fehlte ihr noch ein kleiner Teil des Schulgeldes und Geld für das Mittagessen an der Schule. Da sie eine sehr fleißige Schülerin mit großen Plänen ist, habe ich ihr das fehlende Geld natürlich gerne gegeben.

Veronicah (16 Jahre) Veronicah (16 Jahre)

Über Martin’s Familie hab ich dann noch Kontakt zu einem älteren Junge namens Timothy erhalten, dessen Eltern schon länger gestorben sind. Der 22-Jährige geht in Form 6 und schreibt nächstes Jahr im Mai seine A-Level-Prüfungen (vergleichbar mit Abitur). Ich konnte ihm dank der Spendengelder das Schulgeld und Schulmaterialien wie Uniform, Bücher und Hefte bezahlen.

Timothy (22 Jahre) Timothy (22 Jahre)

Auch über Martin’s Mutter konnte ich Martin’s 15-jährigen Cousin Wilgis mit Schulmaterialien unterstützen. Er geht in Form 1 und hat vier Geschwister.

Wilgis (15 Jahre) Wilgis (15 Jahre)

Des Weiteren habe ich zwei Jugendliche mit Hilfe eines Kollegen ausfindig gemacht, deren Familien kein Geld für Schuluniform und Schulmaterialien hatten. Mit ihnen zusammen war ich beim Einkaufen und hab alles Notwendige besorgt, damit sie wieder zur Schule gehen können.

Dies ist zum einen die 16-jährige Elizabeth, die mit ihrer kranken Mutter und 3 Geschwistern zusammenlebt. Sie geht in Form 1.

Elizabeth (16 Jahre) Elizabeth (16 Jahre) Elizabeth's Familie und ich 

Zum anderen Anthony, dessen Vater verstorben ist und jetzt mit seiner Mutter und Großmutter und 5 Geschwistern lebt. Der 15-jährige geht noch in die Grundschule in Standard 5.

  Anthony (15 Jahre) Anthony's Familie und ich

Außerdem konnte mithilfe der Spendengelder das Fahrrad der 12-jährigen Farida repariert werden, denn ihr Schulweg ist sehr weit und ohne Fahrrad war es für sie fast unmöglich täglich zur Schule zu gehen.

In der Zwischenzeit konnte ich auch noch dem 17-jährigen Baraka helfen. Er hat mich während einer Street-Work-Session auf der Straße angesprochen und mir von seiner Situation erzählt. Sein Vater ist letztes Jahr gestorben und seine Mutter kann das Geld für seine Schulbildung nicht aufbringen. Seit den letzten Ferien ist er zuhause und kann nicht mehr zur Schule gehen. Ich habe ihn zuhause besucht und mit seiner Mutter geredet. Im Anschluss sind wir gemeinsam Einkaufen gegangen und haben alle nötigen Schulmaterialien gekauft. Nun geht er wieder regelmäßig in Form 3.

Baraka Baraka, seine Mutter und ich

Die Spendengelder sind also im Bereich Schulbildung geblieben, denn das ist meiner Meinung nach die beste Investition in die Zukunft des Landes!!!

25Juni
2017

Was bisher geschah...

Hallo alle zusammen ;)

Da ich mich wieder einige Wochen nicht gemeldet habe, kommt heute mal wieder ein kleiner Eintrag darüber, was die letzten Wochen so los war.

Zum einen stand Ende Mai/ Anfang Juni ein Kurztrip ins Nachbarland Kenia an, denn mein Dreimonats-Visum lief aus. So ging es für Martin und mich mit dem Bus nachts von Mwanza aus in die Hauptstadt Kenias namens Nairobi. Die Busfahrt dauerte ca. 16 Stunden, aber diese langen Busfahrten bin ich ja mittlerweile gewöhnt. In Nairobi angekommen, nahmen wir uns dann ein kleines, günstiges Hotelzimmer, welches ziemlich zentral lag. Schon am ersten Tag konnten wir zwei Dinge feststellen: Zum einen ist Nairobi (im Vergleich zu Mwanza) seeehr kalt und zum anderen ist seeehr viel los. Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind die Straßen gefüllt mit Menschen,  Autos, Motorrädern und (Klein)bussen. Nairobi ist meiner Ansicht nach in vielen Dingen westlicher als Großstädte in Tansania. Das Stadtbild erinnerte mich eher an europäische Städte mit vielen modernen Restaurants, Fastfood-Ketten und Coffeeshops. Ich genoss daher mal wieder vermehrt europäisches Essen und wir schlenderten viel durch die Stadt und durch Einkaufszentren. Ansonsten besuchten wir noch ein Giraffen-Center etwas außerhalb des Stadtzentrums, in dem man Giraffen füttern konnte. Allerdings waren so viele Besucher/innen da, dass die Giraffen lieber das Weite suchten. Die fünf Tage in Nairobi gingen sehr schnell vorbei und dann ging es auch schon wieder mit dem Bus zurück nach Mwanza, schließlich wartete dort schon wieder die Arbeit im Straßenkinderheim auf mich.

Nairobi Nairobi Nairobi Frozen Yoghurt :P im Giraffen-Center im Giraffen-Center im Giraffen-Center

Die Jungs freuten sich tierisch als ich wieder da war und auch ich habe die Kinder mittlerweile sehr ins Herz geschlossen, sodass die Arbeit wirklich Spaß macht. Vor allem mein Kunstunterricht, der immer montagnachmittags stattfindet, macht mir und den Kindern viel Freude. Die letzten Wochen haben wir Traumfänger gebastelt, Freundschaftsbänder geknüpft und Autos und Kinder gemalt. Die Kinder blühen dabei richtig auf, unentdeckte Talente kommen zum Vorschein und ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt.

beim Traumfänger-Basteln beim Traumfänger-Basteln Das Ergebnis Traumfänger Traumfänger Kunst-Unterricht Kunst-Unterricht

Des Weiteren haben wir verschiedene Spiele aus Deutschland geschenkt bekommen, mit denen die Kinder sehr gerne spielen und sich dabei vor allem in Konzentration üben.

beim Mikado-Spielen Make n' Break beim UNO-Spielen

Übrigens sind es heute auf den Tag genau noch zwei Monate, die mir in Tansania verbleiben, ehe es wieder nach Deutschland zurückgeht. Dem Abschied sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen, aber noch sind es ja ein paar Wochen, die es in vollen Zügen zu genießen gilt.

  Ich mit afrikanischem Hairstyle

Ich hoffe ihr genießt den Sommer in Deutschland und erfreut euch an den Sonnenstrahlen.

Bis bald, eure Jana :)

26Mai
2017

Dies und das...

Hallo zusammen,

heute nur ein kurzes Update mit ein paar aktuellen Bildern!

Meine Arbeit im Straßenkinderheim läuft gut. Die Kinder werden immer zutraulicher, meine Kiswahili-Kenntnisse verbessern sich von Tag zu Tag, der Umgang mit den Kindern und Kollegen fällt mir leichter und auch meine eigenen Projekte und Angebote wie der Kunstunterricht verbessern sich. Hier einige Bilder vom Kunstunterricht der letzten Wochen:

  Kinder konzentriert beim Malen Kinder konzentriert beim Malen   TiermaskenTiermasken basteln Tiermasken

Letzte Woche sind wir freitags mit den Kindern auf einen nahegelegenen Berg gewandert, von wo aus wir eine super Aussicht über Mwanza hatten. Dieser Ausflug war für mich als auch für die Kinder besonders schön.

  Mwanza Mwanza

Außerdem fand noch ein Kunsthandwerk-Markt von verschiedenen sozialen Organisationen in Mwanza statt, bei dem es viele schöne afrikanische Artikel zu kaufen gab.

  Kunsthandwerk-Markt

Auch Martins 23. Geburtstag konnten wir diesen Monat feiern.

 

Bis zum nächsten Mal, eure Jana :)

07Mai
2017

Essen, Food, Chakula …. :P

So ihr Lieben, wie die Überschrift schon erahnen lässt, hab ich mir heute mal überlegt ein Blogeintrag zum Thema Essen zu veröffentlichen. Ich dachte vielleicht interessiert es euch, was so landestypische Gerichte sind und wie ich mich hier so ernähre (wie ihr euch denken könnt: auf jeden Fall anders als in Deutschland :D) Ich habe einfach die letzten Wochen öfters mal mein Essen oder das Essen der Jungs im Straßenkinderheim fotografiert. An den Portionen erkennt man ziemlich gut, welches mein Teller ist, denn die Jungs essen wirklich riiiießige Berge und könnten danach immer nochmal was verdrücken… Einige der Fotos sind leider in nicht so guter Qualität, da sie mit dem Handy gemacht wurden, aber ich hoffe ihr könnt trotzdem das Wichtigste erkennen.

So dann fang ich jetzt einfach mal mit dem Frühstück an. Fester Bestandteil ist auf jeden Fall Schwarztee, entweder pur oder mit Milch und für die Tansanier/innen mit gaaanz viel Zucker (pro Tasse ca. 3-4 Eßlöffel :D) Dazu isst man sehr häufig Chapatis, von denen ich ja schon öfters berichtet habe. Das ist eine Mischung aus Pfannkuchen und Fladenbrot und wird aus Mehl, Salz, Wasser und Öl hergestellt. Wirklich super lecker und ich esse es zum Frühstück am liebsten mit Honig und Banane :P

Chapati Schwarztee mit Milch und Chapati

Was auch recht üblich ist, ist eine Suppe zum Frühstück. Meist Hühnersuppe aber auch andere Suppen, in denen alles was so vom Tier übrig ist (zum Beispiel Kuhfüße) verarbeitet wird. Da dies nicht so ganz meinen Geschmack trifft, habe ich davon leider kein Foto ;)

Nun zum Mittagessen: Da ich mein Mittagessen bei der Arbeit bekomme und mit den Jungs zusammen essen (zumindest montags bis freitags), esse ich da wirklich sehr landestypisch und für meine Verhältnisse wenig abwechslungsreich.

Das erste Gericht, das ich euch vorstellen möchte, ist Ugali. Ugali ist ein sehr fester, geschmacksloser Brei aus Maismehl und Wasser. Es ist das meistgegessene Gericht in Tansania und in vielen Familien wird es sieben Tage die Woche mittags und abends gegessen. Der Vorteil ist dass es sehr günstig ist und lange sättigt. Gerade für arme Familien ist dies ein sehr wichtiger Aspekt. Da Ugali selbst eigentlich keinen Geschmack hat, isst man es meist zusammen mit Bohnen. Auch verschiedene Arten von Blattgemüse ist eine weitverbreitete Beilage. In der Einrichtung für Straßenkinder, in der ich arbeite, essen wir Ugali mit Bohnen montags, mittwochs und donnerstags zu Mittag.

Ugali Ugali mit Bohnen und Blattgemüse Ugali mit Fisch

Dienstags gibt es Reis. Reis wird in vielen Gegenden Tansanias angebaut und ist auch ein sehr weit verbreitetes Gericht, da Reis aber etwas teurer ist, wird es oft eher zu besonderen Anlässen oder sonntags gemacht. Dazu gibt es auch Bohnen und Blattgemüse.

Reis mit Bohnen Portionen der Jungs im Straßenkinderheim

Freitags gibt es eines meiner tansanischen Lieblingsgerichte: Nämlich Pilau. Pilau ist auch Reis, allerdings wird dieser mit einer intensiven Gewürzmischung gekocht und wird daher auch leicht braun. Dazu gibt es Rindfleisch.

Pilau (Gewürzreis)

So als letztes dann das Abendessen: Generell kann gesagt werden, dass man in Tansania mittags und abends warm ist. In den meisten tansanischen Familien gibt es daher zum Abendessen auch Ugali und Bohnen. Wie ihr euch bestimmt denken könnt: bei mir nicht! :D Ich versuch wenigstens abends ein wenig Abwechslung zu schaffen. Dann gibt es zum Beispiel Pommes mit Hähnchen oder Fisch. Das ist hier auch bekannt, wird aber eher gegessen, wenn man nicht zuhause sondern in Restaurants isst. Dazu ein Muss: Soda! Also unter Sodas versteht man hier Softdrinks, wie Cola oder Fanta. Das ist hier sehr beliebt und es gibt auch eine viel größere Auswahl als in Deutschland. Hier gibt es zum Beispiel Fanta Orange, Fanta Pineapple (Ananas), Fanta Passion (Passionsfrucht), Fanta Strawberry (Erdbeere) und Fanta Blackcurrant (schwarze Johannisbeere).

  Pommes mit Hähnchen und SodaSodas

Dann möchte ich euch noch ein Gericht vorstellen, welches eigentlich aus Uganda kommt, aber ich mag es so gerne und mache es deshalb auch oft in Tansania: Rolex (Rolled Eggs). Und zwar ist das ein Omelette mit Zwiebeln und Tomaten, eingewickelt in ein Chapati. Ich pack immer noch Avocados rein, dann schmeckt es wirklich super :)

Natürlich koch ich auch manchmal deutsche Gerichte (zumindest solche, für die die Zutaten auch hier zu finden sind).

Ansonsten muss ich natürlich auch noch das Obst erwähnen. Mein Obstkorb zuhause ist immer gefüllt mit allerlei frischen Früchten, die ich hier auf dem Markt kaufe. Ob Mango, Ananas, Wassermelone, Avocado, Banane, Orange oder Kokosnuss, es schmeckt hier wirklich alles himmlisch und man kann auch super Säfte daraus machen =)

 

Natürlich gäbe es zu dem Thema noch mehr zu erzählen, aber ich denke das reicht erstmal, um euch einen kleinen Einblick zu geben. Vielleicht kommt irgendwann noch Teil 2 oder ihr fragt einfach bei mir nach, wenn euch was dazu interessiert ;)

In dem Sinne: guten Appettit beim Sonntagsbraten oder was es sonst so bei euch gibt ;)

Eure Jana :)

28April
2017

Was ich so mache...

Nachdem ich euch das letzte Mal schon etwas über Upendo Daima im Allgemeinen erzählt habe, möchte ich heute meine Aufgaben und meinen Arbeitsalltag näher beleuchten:

Ich arbeite von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr. Mein Arbeitstag beginnt damit mit den Kindern zusammen Morgenübungen zu machen.

Morgenübungen

Gleich im Anschluss gibt es dann Frühstück für die Kinder sowie für die Mitarbeitenden. Was danach passiert, ist abhängig davon welcher Wochentag ist:

Montags geht’s für die Mitarbeitenden nach dem Frühstück erstmal zum Staff-Meeting. In diesem wird auf die vergangene Woche zurückgeblickt und reflektiert, sowie die Aktivitäten der kommenden Woche besprochen. Außerdem können auftretende Probleme und Unklarheiten im gemeinsamen Gespräch geklärt werden. Nachmittags biete ich für die Jungs eine Mal- und Bastelstunde an, in der wir gemeinsam kreativ sind. So haben wir unter anderem schon eine Unterwasserwelt geschaffen und für nächste Woche steht Tiermasken basteln auf dem Programm. Dieses Kreativ-Angebot macht sowohl den Jungs als auch mir sehr viel Spaß und dient nebenbei auch zum Beziehungs- und Vertrauensaufbau.

die Jungs beim Malen beim Malen unsere Unterwasserwelt

Dienstags stehen Bildungsangebote im Vordergrund. Die Jungs werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe Unterricht hat, wird die andere Gruppe therapiert und umgekehrt. Meist biete ich dann Englisch-Unterricht an. Hierbei ist mir wichtig die Kinder spielerisch an die Fremdsprache heranzuführen. So haben wir letzte Woche zum Beispiel die Körperteile anhand des Liedes „Head, shoulders, knees and toes“ geübt. Wenn ich kein Englisch-Unterricht gebe, dann nutze ich die Zeit gerne um an der Therapie-Stunde teilzunehmen. Eine Ordensschwester leitet diese Therapie-Stunden und es geht dabei darum, dass die Kinder zur Ruhe kommen, in sich gehen und sich Gedanken über die positiven und negativen Aspekte ihres Lebens machen.

Mittwochs gehen die Kinder morgens zum Fußballspielen und ich habe daher Zeit bei der Büroarbeit zu helfen. Für jedes Kind muss eine Akte geführt werden. Hier werden die Ergebnisse der Beratungsgespräche aufgeschrieben, ob ein Familienbesuch stattgefunden hat und wie dieser verlaufen ist, usw. Mittags haben die Kinder ein Lifeskill-Training, in dem wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse fürs Leben vermittelt werden.

Donnerstags gehe ich zusammen mit einem Sozialarbeiter auf die Straße um aufsuchende Sozialarbeit zu leisten und Kinder von der Straße zu holen. Das heißt wir sprechen mit Straßenkindern und berichten ihnen von den Möglichkeiten die Upendo Daima bietet. Ist ein Junge bereit das Straßenleben zu beenden, dann nehmen wir ihn mit ins Heim. Meist können wir pro Streetwork-Einheit zwei Kinder von der Straße holen.

Freitags steht morgens ein Spaziergang durch die Umgebung auf dem Programm. Mittags ist Spielzeit, in der verschiedene Spiele gespielt werden können.

Generell begleite ich also den Alltag der Kinder. Zwischen den beschriebenen Aktivitäten spiele ich mit den Kindern und versuche bei Konfliktfällen zu schlichten. Das wichtigste ist ihnen Liebe und Fürsorge zu zeigen und ihnen zu vermitteln, dass sie genau so wertvoll sind wie jedes andere Kind auch.

nach dem Schnappschuss

Nach den fünf Wochen, die ich jetzt schon hier arbeite, kann ich sagen, dass mir die Arbeit mit den Straßenkindern sehr viel Spaß macht. Es klappt von Tag zu Tag besser und die Jungs werden mir gegenüber offener und zutraulicher.

Mein Kiswahili verbessert sich auch deutlich und es fällt mir mittlerweile leichter zu verstehen und mich auszudrücken, wobei es immer noch einiges zu lernen gibt.

Ich bin gespannt was ich in den nächsten vier Monaten noch alles lernen werde...

08April
2017

Upendo Daima :)

Hallo ihr lieben Blogbesucher :)

Heute darf ich euch das erste Update zu meinem Praxissemester in einem Heim für Straßenkinder geben, wo ich nun schon zwei Wochen arbeite.

Zuerst möchte ich euch ein paar generelle Informationen zu der Organisation und dem Heim, wo ich mein Praxissemester absolviere, geben, damit ihr euch mehr darunter vorstellen könnt.

Die Organisation heißt „Upendo Daima“. Das ist Swahili und bedeutet „Liebe für immer“ oder etwas freier übersetzt „Bedingungslose Liebe“. Upendo Daima will Liebe und Fürsorge geben und zwar denjenigen Kindern, die diese sonst sehr selten spüren, da sie jeden Tag auf sich alleine gestellt fürs Überleben kämpfen müssen. Upendo Daima setzt sich für Straßenkinder (genauer gesagt Straßenjungs) in Mwanza ein und betreibt zwei verschiedene Heime dort. Das erste Heim (in dem ich arbeite) heißt „Back Home House“ und das zweite „Malimbe Family“.

Ich versuche euch mal das System dahinter zu erklären:

Zwei Mal die Woche gehen Sozialarbeiter/innen auf die Straße und versuchen Kontakte zu knüpfen und Vertrauen zu den Straßenkindern aufzubauen. Wenn ein Junge bereit ist die Straße zu verlassen und wieder einen geregelten Alltag zu führen, dann kommt er in das Back Home House. Hier wird zuerst versucht eine Beziehung zu dem Jungen aufzubauen. Es werden Therapie- und Beratungsgespräche geführt, um herauszufinden aus welchem Grund der Junge auf der Straße lebte und wo er ursprünglich herkommt, denn das oberste Ziel im Back Home House ist, die Jungs wieder in ihre Herkunftsfamilie zurückzuführen. Meistens gibt es nämlich noch mindestens ein Elternteil oder zumindest andere Verwandte, wie Tanten und Onkel. Oft gehen die Kinder von zuhause weg, weil Probleme wie Armut, Vernachlässigung oder Misshandlung vorliegen. Natürlich können die Jungs deswegen nicht einfach zurückgeschickt werden, sondern es bedarf jede Menge Arbeit die Probleme zu beheben. Es werden Familiengespräche und -beratungen geführt, die Jungs können unter Begleitung die Familie besuchen und wirklich nur wenn beide Parteien –die Familie UND der Jungs selbst – bereit sind wieder zusammenzuleben, dann wird eine Zusammenführung gemacht. Und auch nach der Zusammenführung besuchen Sozialarbeiter/innen immer wieder die Familie, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Ist eine Zusammenführung absolut nicht möglich, dann kommt der Junge in das andere Heim (Malimbe Family), wo er dann permanent bleiben kann und auch eine Schulbildung erhält.

Im Back Home House sind immer um die 26-30 Jungs, wobei die Besetzung ständig wechselt, da wie schon erklärt manche Jungs das Heim verlassen und andere wieder von der Straße dazukommen. Das Alter variiert von 8-14 Jahren. Außer den oben beschriebenen Aktivitäten (Beratung und Therapie) haben die Jungs ein vielfältiges Programm: Jeden Morgen vor dem Frühstück machen sie körperliche und physische Übungen. Montags machen sie Akrobatik. Dienstag und Donnerstag haben sie Unterricht, in dem sie grundlegende Dinge wie Schreiben, Lesen und Mathe lernen. Mittwochs und samstags wird Fußball gespielt. Freitags gehen sie auf einen Spaziergang durch die Umgebung und der Sonntag wird vor allem mit spirituellen Dingen verbracht. Ansonsten haben sie natürlich auch Verpflichtungen wie Geschirr spülen, Wäsche waschen und putzen, aber es bleibt auch genügend Zeit um zu spielen und manchmal Filme zu schauen.

Von meinen eigenen Aktivitäten und meiner Arbeit dort berichte ich euch nächstes Mal, da ich finde, dass das jetzt schon genug Text war und außerdem stehen meine Aktivitäten noch nicht zu 100% fest, da sich manches vielleicht nochmal ändern wird.

Ich hoffe ihr genießt gerade die vorösterliche, frühlingshafte Zeit in Deutschland und kriegt auch ein paar Sonnenstrahlen ab ;)

PS: Hier nun noch ein paar Fotos von der Einrichtung, sodass ihr auch noch einen bildhaften Eindruck von Upendo Daima bekommt. Wer noch mehr wissen möchte, kann auch gern die Homepage von Upendo Daima besuchen --> http://www.upendodaima.nl/en/ oder mir persönlich schreiben ;)

Eingang vom EingangsbereichHaupthaus (Esssaal, Büros, Therapiezimmer, Beratungszimmer)  Haupthaus von hinten SchlafsaalBei morgendlichen ÜbungBei morgendlichen Übungbeim Frühstückim Klassenzimmer

26März
2017

Wenn einer eine Reise tut...

Tadaaaa, wie versprochen der Reisebericht :)

Also erstmal muss ich sagen, dass ich gar nicht weiß, wie ich all die Erlebnisse der letzten zwei Wochen in einem Blogeintrag zusammenfassen soll… Deswegen hab ich mich dazu entschlossen den Bericht kurz zu halten (kurz ist relativ! :D) und dafür am Ende mehr Bilder sprechen zu lassen. Ich hoffe das ist in eurem Sinne ;)

Es ging damit los, dass Martin und ich am Donnerstagmorgen unsere fünf Gäste Moni, Mario, Andreas, Franz und Jonathan am Flughafen in Mwanza abholen durften. Nach sieben Monaten des Nicht-Sehens war die Wiedersehensfreude natürlich sehr groß und es ging direkt gut gelaunt los. Zuerst bezogen die fünf ihre Zimmer für die nächsten zwei Nächte in einem Gästehaus in der Nähe von unserem Zuhause. Kaum angekommen sollten die Gäste auch direkt erfahren, dass momentan Regenzeit ist und dem Wetter nicht immer getraut werden kann. Doch auch davon ließ sich die Laune nicht trüben. So wurden spontan die Dosenwurst und das Knäckebrot ausgepackt und eine deutsche Brotzeit als Mittagessen vertrieb die Zeit des Wartens bis der Regen nachließ. Danach konnten sich die fünf einen Eindruck von meinem derzeitigen Zuhause verschaffen und die Taschen voller mitgebrachter Geschenke loswerden. Ich hab mich natürlich sehr über Schokolade, Käse, Wurst und andere deutsche Leckereien gefreut. Am Nachmittag wurde dann noch Mwanza etwas erkundet und natürlich durfte auch ein Gang über einen traditionell tansanischen Markt nicht fehlen. Zu Abendessen haben Martin und ich „Rolex“ (ugandische Spezialität, gerolltes Chapati mit Omelette) gekocht. Am nächsten Tag ging es dann mit den einheimischen Fortbewegungsmitteln (Daladalas und Pikipikis) weiter durch die zweitgrößte Stadt Tansanias. Die Highlights waren eine Schifffahrt über den Viktoriasee und der Einkauf auf einem Fischmarkt. Mwanza ist nämlich für den leckeren Tilapia-Fisch bekannt, den wir am Abend dann zusammen zubereiteten.

Am nächsten Morgen startete dann auch schon die Safari-Tour. In einem großen Safari-Jeep fuhren wir zum ersten und größten Nationalpark: der Serengeti. Auf dem Weg zum Camp begegneten wir auch schon einer Elefantenherde und im Laufe des Tages noch weiteren Tiere, wie Antilopen, Gnus, Krokodile, Giraffen, Nilpferde und Löwen. Am zweiten Tag der Safari ging es weiter zum zweiten Nationalpark: dem Ngorongoro Krater, wo viele Masaais wohnen. In der Nacht im Zelt hatten wir alle sehr mit der Kälte zu kämpfen, da sich das Camp auf ca. 2300 Metern befand. Am nächsten Morgen fuhren wir dann in das Kraterinnere, wo wir am meisten Glück mit den Tieren hatten. Wir sahen Löwen beim Fressen aus direkter Nähe, jede Menge Zebras, Gnus, Büffel und Antilopen am Wegrand und fünf Nashörner aus etwas weiterer Entfernung. Auch landschaftlich gab es einiges zu bestaunen. Von dort aus ging es weiter zu einem Camp etwas außerhalb des Manyara Nationalparks, wo wir die dritte Nacht in Zelten verbrachten. Am letzten Tag fuhren wir dann noch durch den dritten und letzten Nationalpark Manyara, in dem es vor allem Elefantenherden und viele Affenarten zu sehen gab. Leoparden und Geparden haben sich leider die ganze Zeit über vor uns versteckt. Am Dienstagabend endete die Safari dann in Arusha, von wo aus wir einen Bus nach Moshi nahmen.

Am Mittwoch stand eine Tagestour zum Fuße des Kilimanjaros an. Wir besichtigten einen Wasserfall und aßen traditionell zubereitetes Schweinefleisch ("Kitimoto"). Am nächsten Tag ging es auch schon weiter nach Lushoto mit einer 5-stündigen Busfahrt. Die Fahrt wurde aber nicht langweilig, da die Region um Lushoto sich landschaftlich noch einmal von anderen Regionen abhebt und der Bus auf einer sehr schmalen, geschlängelten Straße nach oben fuhr. Auch für mich war diese Gegend komplett neu. Am Freitag machten wir dann eine geführte Wandertour durch die Usambara Berge, ehe es am Samstag mit einer 9-stündigen Busfahrt weiter nach Dar es Salaam ging. Nachts besuchten wir dort noch eine angesagte Disco, in der amerikanische und afrikanische Musik gespielt wurde und in der niemand ums Tanzen drum herum kam. Sonntags fing der Tag dementsprechend ruhig an, da alle nach der Partynacht ausschlafen wollten. Mittags wurde dann noch in traditionellen Märkten geshoppt.

Am Montag ging es dann zur Erholung mit der Fähre auf die Urlaubsinsel Sansibar. Dort verbrachten wir vier sehr relaxte Tage in einem schönen Hostel am Meer und mit Pool. Der ein oder andere Cocktail wurde geschlürft und auch Sonnenbrand blieb nicht aus. Donnerstagnacht hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen, denn die fünf flogen von Sansibar aus zurück nach Deutschland. Für Martin und mich ging es am Freitag mit der Fähre zurück nach Dar und am Samstag mit einer 19-stündigen Busfahrt zurück nach Hause.

Die Zeit verging wie im Flug und die Tage waren wirklich schön. Es war doch sehr amüsant die Kommentare meiner Gäste zu manchen Situationen zu hören, die mir selbst schon gar nicht mehr auffallen. Ich hatte das Gefühl dass alle den Aufenthalt in Tansania genossen haben, auch wenn sicher einiges fremd und komisch für sie war. Dank der Reiseführung von Martin hatten sie auch einen super Einblick in das alltägliche Leben der Tansanier/Tansanierinnen und haben nicht nur die touristischen Orte Tansanias gesehen. Ich bin auf jeden Fall froh solche Freunde zu haben, die sich von rund 7000 Kilometern und Kontinent-Grenzen nicht abhalten lassen mich zu besuchen.

Sorry wurde jetzt doch etwas länger, aber wie versprochen hier noch die Bilder :D

Rockcity Mwanza Fahrt auf dem Viktoriasee die Pikipiki-Crew

 Gemüse-Markt Fisch-Markt Jona & Martin beim Zubereiten des Fischs RGW (Reisegemeinschaft Westerheim)Serengeti-NationalparkMartin und ich im Safari-JeepKrokodileGiraffenAntilopenFranz und ichAussichtspunkt am Eingang des Ngorongoro Kraters ReisegruppeBeim Mittagessen mit LunchboxMartin und ich Büffelkleiner Löwe Löwe beim FressenZebrasMoni und ichManyara-NationalparkElefantUnsere Zeltein Moshi (Kilimanjaro im Hintergrund) Wasserfall am Fuße des Kilimanjaros  WandertourUsambara Berge Jona, ich und Schulkinder  Usambara Berge Usambara BergeLushoto Indischer OzeanPrison IslandRiesenschildkröten-FarmMartin und ich mit einer RiesenschildkröteGewürztour auf SansibarSansibar beim Abendessen

 

08März
2017

Neuer Abschnitt :)

Hallöchen alle miteinander,

Schon wieder ist ein Monat rum und ich hab tatsächlich mein Theoriesemester in Uganda abgeschlossen. Prüfungen und Projektbericht sind geschrieben – ob erfolgreich oder eher weniger wird sich im Laufe der nächsten Wochen zeigen, wenn die Ergebnisse kommen.

Viel Zeit zum Entspannen gab’s allerdings nicht, denn es ging direkt ans Packen für Tansania. Wieder galt es unser ganzes Hab und Gut transportbereit zu machen. In drei großen Koffern und zwei großen Rucksäcken haben wir dann auch tatsächlich alles untergebracht und konnten am 2. März mit dem Bus Richtung Mwanza starten. Nach ca. 17 Stunden sind wir dann in Mwanza (Stadt im Norden Tansanias, südlich des Viktoriasees) angekommen und haben die erste Nacht in einem Hotel verbracht, da wir zwar den Schlüssel für unser neues Heim schon besaßen jedoch noch keinerlei Möbel vorhanden waren. Am nächsten Morgen haben wir uns dann mit Sack und Pack aufgemacht, um unser neues Zuhause für die nächsten 6 Monate zu beziehen. Dieses befindet sich in einem Stadtteil namens Pasiansi etwas außerhalb des Stadtzentrums und besteht aus einem Wohn-/Ess-/Kochzimmer, einem Schlafzimmer und einem kleinen Badezimmer. Als wir angekommen sind, war alles noch sehr staubig und dreckig, da wohl erst vor kurzem renoviert wurde. Daher hieß es erstmal „Ran an den Besen und Wischmopp!“. Gleich danach wurde das notwendigste wie Bett und Matratze eingekauft und die darauffolgenden Tage alles weitere. Mein größter Schatz ist ein kleiner Kühlschrank, der mir nun auch erlaubt ein bisschen was auf Vorrat zu kaufen anstatt jeden Morgen rauszugehen um Milch oder sonstiges einzukaufen. Mittlerweile ist es echt gemütlich geworden und ich fühl mich wohl hier. Im Vergleich zu Kampala ist es hier auch herrlich ruhig und morgens wird man nicht von Verkehrslärm sondern höchstens von Vogelgezwitscher, Kinderlachen oder einem Kikeriki-Ruf geweckt. Trotzdem ist man sehr schnell und günstig mit einem Daladala (Kleinbus) in der Stadt und bis zu meiner Praxisstelle, wo ich ab Ende März arbeiten werde, sind es nur wenige Meter. Ein weiterer Vorteil im Gegensatz zu Kampala ist, dass man hier viel weniger „Aufmerksamkeit“ von den Einheimischen bekommt sprich nicht dauernd mit „Mzungu“ gerufen wird. Natürlich falle ich wegen meiner Hautfarbe trotzdem auf und verwunderte Blicke gibt es immer wieder. Alles in allem bin ich also sehr zufrieden mit meiner neuen Wohnsituation.

Vorher:

  Unser neues Heim bei der Ankunft Unser Gepäck im neuen Zuhause angekommen Das Badezimmer Beim Putzen Beim Putzen

 

Nachher:

Neues Heim fertig eingerichtet Die Mein größter Schatz: Ein Kühlschrank <3 Schlafzimmer Schlafzimmer Badezimmer

 

Noch ein paar Worte zu der derzeitigen Wetterlage: Heute nachmittag bevor ich angefangen habe den Blogeintrag zu schreiben war hier nämlich eine Ausnahmesituation. Martin und ich waren in der Stadt um ein paar Besorgungen zu machen und als wir im Daladala auf dem Weg nach Hause saßen, hat sich schlagartig der Himmel verdunkelt und es fing an zu regnen, oder eher gesagt zu schütten. In Pasiansi angekommen sind wir dann über die Straße gerannt und haben Unterschlupf unter einem Vordach, unter dem schon zahlreiche andere Personen standen, gesucht. Nach den wenigen Metern waren wir schon klatschnass und auf den Wegen entstanden innerhalb kürzester Zeit Wasserströme. Wir mussten über eine Stunde warten bis der Regen einigermaßen nachließ und wir uns auf den weiteren Nachhauseweg machen konnten. Dort wartete aber schon die nächste Überraschung, denn die Straße, die zu unserem Haus führt, führt über eine Brücke, unter der normalerweise kein oder kaum Wasser fließt. Heute aber war diese komplett überflutet und einem Mann hat es sogar das Motorrad weggespült. Es hatte sich schon eine große Menschenmasse gebildet, die das Wasserschauspiel begutachtete. Nach einiger Zeit ließ der Wasserstrom etwas nach, sodass wir wenigstens die Brücke überqueren konnten und nach Hause kamen.

Auf den Bilder sieht man das Ausmaß leider nicht ganz so deutlich, deswegen wollte ich euch eigentlich ein kurzes Video hochladen, aber irgendwie bin ich zu blöd dafür... dann halt doch nur die Bilder...

Regen Wasserströme

 

Obwohl die Regenzeit üblicherweise schon im Oktober/November beginnt, habe ich einen so starken Regen noch nicht erlebt. Aus meiner Zeit in Didia weiß ich noch genau, wie sehr sich alle Regen gewünscht haben und froh waren, wenn es regnete. Doch was in den ländlichen Gegenden (dort wo Landwirtschaft betrieben wird) ein Segen ist, ist in den großen Städten eher ein Fluch, denn viele Häuser und Hütten werden überflutet vor allem in den Slums. So standen auch heute hier einige Häuser unter Wasser. Ich hoffe dass wir in nächster Zeit von so starken Regenfällen verschont bleiben und dafür die ländlichen Gegenden mehr davon abbekommen.

 

Achja und das nächste Highlight befindet sich schon im Anmarsch, denn während ich diesen Blogeintrag schreibe, befindet sich eine Delegation aus Westerheim über den Wolken um mich besuchen zu kommen. Das freut mich natürlich riesig und ich bin echt aufgeregt ihnen Tansania zu zeigen. Für mich ist vieles mittlerweile Alltag geworden und deshalb ist es umso spannender zu erfahren was ihnen hier gefällt, was sie verwundert und was für sie befremdlich ist. Zusammen mit den fünfen und Martin geht es zwei Wochen lang auf Tour und für mich ist das eine super Chance Tansania nochmal in all seiner Pracht und Schönheit kennenzulernen. Ich werde davon natürlich in einem Blogeintrag mit hoffentlich vielen schönen Bildern berichten.

Bis dahin verbleibe ich mit herzlichen Grüßen!!!

Eure Jana :)

 

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